Beautiful China

Ni hao Zhongguo

Der Himmel auf Erden

Freitag, 13.06.2014

Vor zwei Wochen wurde in China das Dragon Boat Festival gefeiert. Dieses Fest wird im Andenken an einen berühmten chinesischen Dichter & Beamten gefeiert und hat uns die perfekte Möglichkeit geboten das lange Wochenende auszunutzen, um mehr von China zu entdecken. Das Ziel war Hangzhou, eine Stadt am Westlake, welche von Chinesen auch gerne der Himmel auf Erden genannt wird. Diesen Namen hat Hangzhou auf alle Fälle mehr als verdient. 

Am Bahnhof angekommen sieht man auch hier, wie in jeder chinesischen Stadt zuerst einmal ein Hochhaus am anderen. Sobald man aber mit dem Taxi in Richtung Westlake fährt, erwartet einen eine grüne Oase, inmitten der Stadt. Kurz im Hotel die Sachen abgelegt, konnten wir es dann auch kaum erwarten uns auf den Weg zu machen um Hangzhou zu genießen. Unser Spaziergang ging entlang des Seeufers und anderst als für einen Feiertag ewartet, war es dort auch relativ leer. Während viele Chinesen filmend in kleinen Bussen an uns vorbei gefahren sind, haben wir den Damm zu Fuß erkundet und haben uns dort auch gleich zu unserer ersten Bootstour überreden lassen. Anderst als erwartet ging es jedoch nicht auf die Insel die wir schon von weiten sehen konnten, sondern es war eine Fahrt zu der Kulisse, welche auch auf dem 10 yuan schein abgebildet ist. Zurück am Ufer haben wir dann aber doch noch das Boot gefunden, welches uns zu unserem gewünschten Ziel, der Insel und zu guter letzt zur belebten Promenade von Hangzhou gebracht hat. Dort hätte ich das ein oder andere mal fast vergessen, dass ich in China bin und habe mich gefühlt wie zu Hause am Bodensee.  

 

 Am nächsten Tag wollten wir uns dann endlich mal mit der chinesischen Teekultur beschäftigen und uns eine von Hangzhous bekannten Teeplantagen genau anschauen. Krönender Abschluss des Tages sollte dann eine traditionell chinesische Teezeremonie werden- so viel zu unserem Plan. Nun zur Realität: Angekommen an der Teeplantage hat es angefangen wie es Eimern zu schütten und somit ist der Aufstieg zu den Teeplantagen erst einmal ins Wasser gefallen und wurde auf den nächsten Tag verlegt. Mit dem Taxi ging es zurück zum See in den nächstgelegenen Starbucks, um dort das Schlechtwetterprogramm für Hanghzhou im Internet ausfindig zu machen. Unsere Wahl fiel auf eine Pagode die direkt am See liegt. Oben angekommen war gleich klar, dass diese Entscheidung genau richtig war, denn bei diesem Wetter hatte man einen traumhaften Ausblick auf den im Nebel liegenden Westlake.

Abends hatte sich das Wetter wieder etwas gebessert und so ging es zuerst zum Thailänder mit singendem Personal & danach noch einmal an die Promenade um den Tag ausklingen zu lassen

Am nächsten Morgen wurden wir dann glücklicherweise von Sonnenstrahlen geweckt und so konnte unserem Ausflug auf die Teeplantage nichts mehr im Wege stehen. Nach einem kurzen Frühstück mit frischen Früchten sind wir gleich gestartet und einen Berg, der von Teeplantagen umgeben war hinaufgegangen. Hier konnt einen wirklich nichts und niemand aus der Ruhe bringen. Es war einfach wunderschön und einer der schönsten Orte, die ich bisher in China gesehen habe. Danach noch eine Kostprobe des Tees und dann ging es auch schon weiter zum Lingyin Tempel und dem lachenden Buddha. 

Nach drei Tagen Hangzhou ging es dann wieder nach Hause & auf an den Flughafen meinen langersehnten Besuch abholen. Diesen Monat ist es nämlich endlich soweit und ich bekomme Besuch von Daheim :)


Liebste Grüße,

Florin

Mit dem Schlafzug nach Xi'an

Donnerstag, 15.05.2014

Etwas Zeit ist schon verstrichen seit meiner Reise nach Xi'an, aber die letzte Zeit war sehr sagen wir es mal wie meine Arbeitskollegen es immer so schön nennen "busy". Jetzt habe ich aber endlich mal wieder etwas Zeit und kann euch von meinen Erlebnissen in Xi'an berichten.

Los ging es mit dem Schlafzug. Nach meiner letzten Erfahrung mit der Bahn in China, war ich dieses Mal überpüktlich am Bahnhof und musste erst einmal lange Zeit auf meinen Zug warten. Um 22:00 ging es dann los. Auf in den Zug, das "Zimmer" gesucht und ab ins Bett. Ich muss sagen all meine Befürchtungen von schnarchenden Chinesen bis hin zu ekligen Betten wurden vom ersten Moment an wiederlegt. Hier hatte sogar jeder seinen eigenen Fernseher und ich muss sagen ich bin während meiner Zeit in China auch schon in weitaus unbequemeren Betten gelegen. Dazu solte ich vielleicht einmal kurz etwas zu den Matrazen in China sagen, diese sind einfach nur HART und anderst wie in Deutschland liegen sie einfach nur auf einem Holzbrett. Naja wahrscheinlich kann man sich vorstellen, dass einem das die ein oder andere schlaflose Nacht beschert ;) Langschläfer werde ich nach meiner Zeit in China zumindest nicht mehr sein. An kurze Nächte, habe ich mich mittlerweile schon ganz gut gewöhnt. Aber jetzt wieder zum eigentlichen Thema- Mit ein paar Ohrstöpseln war die Nacht im Zug auf jeden Fall erholsam und ohne meine Mitinsassen hätte ich die Ankunft in Xi'an auch glatt verschlafen.

In Xi'an angekommen ging es zuerst kurz ins Hotel und danach gleich los auf Entdeckungstour. Erster Stop war die Stadtmauer. Und ganz nach deutscher Sitte habe ich dort erst einmal meine erste Mai Fahrradtour gemacht. Nach so langer Zeit ohne Sport war das eine willkommene Abwechslung und hat wirklich super viel Spaß gemacht. Die Fahrt entlang der Mauer, welche den Stadtkern von Xi'an enschließt, war auch die perfekte Möglichkeit, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Weiter ging is ins Zentrum von Xi'an zum Drum and Bell Tower. Auf dem Weg dorthin hat mich vieles sehr überrascht, da Xi'an doch sehr anderst ist als Suzhou und man merkt, dass Suzhou schon um einiges moderner und mehr von der Industrie geprägt ist. Xi'an hat mich vor allem mit seinen kulturellen, historischen Seiten fasziniert und es gab wirklich viele Sehenswürdigkeiten. Ich denke da sprechen Bilder mehr als Worte:

 Meine erste Mai Fahrradtour 

Das Muslim Quarter in Xi'an. Auch wenn ich jetzt schon einige Zeit in China bin und Menschenmassen gewöhnt sein müsste, muss ich sagen, das war auch mir einfach etwas zu viel. Insgesamt habe ich noch nie so viele Menschen gesehen wie in Xi'an. Suzhou, so habe ich zumindest das Gefühl, ist etwas ruhiger und wenn man dann nach drei Tagen Xi'an sagt, man freut sich auf die Ruhe in Suzhou, dann muss ich dazu wohl nicht mehr viel sagen - das ist doch schon etwas komisch, ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen, dass auch in einer Stadt wie Suzhou die Definition von Ruhe etwas anderst ausfällt ;)

Als meine Kollegen mir sagten, dass sie an Feiertagen lieber daheim bleiben, konnte ich es mir kaum vorstellen und habe nicht annähernd erahnen können wie voll es wohl wird. Aber deshalb zu Hause zu bleiben, kommt für mich trotzdem nicht in Frage- People Mountain, People Sea ist ein bekanntes Sprichwort in China und daran muss man sich wohl einfach gewöhnen :)

Der Drum & der Bell Tower im Herzen von Xi'an. 

Terrakotta Armee.

Das Essen, yummiiii. Xi'an ist vor allem für Nudeln bekannt und diese sind dann auch noch super scharf. Ein Paradies!

Die Lichtershow am Abend vor der Pagode.

Ein Blick außerhalb der Stadtmauer.

Soo das war mein Trip nach Xi'an. Ein unvergessliches Wochenende!

Liebe Grüße nach Deutschland,

eure Florin

Rainy days in Shanghai

Montag, 28.04.2014

Wie ihr schon in der Überschrift lesen könnt, ist gerade Rainy Season in Jiangsu Province. Ich denke ich muss an dieser Stelle nicht erwähnen wie "gerne" ich Regen mag. Naja aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran, dass der Regenschirm zum treuen Begleiter wird wenn man das Haus verlässt, die Schuhe schon nach wenigen Metern total durchnässt sind, die Wäsche nach dem Waschen nicht trocknet und die ganze Wohnung eine gewisse Feuchtigkeit annimmt. Meine einstige Hoffnung, dass dies bald wieder aufhört, wurde von meinen Kollegen aber leider nicht bestätigt. Aber auch für Regenwetter gibt es in China jede Menge Programm, man muss nur richtig ausgerüstet sein.

Dieses Wochenende ging es mit Sandy nach Shanghai. Obwohl mir eigentlich dank mehrmaliger Erfahrung klar sein müsste, dass man in einer Millionenstadt bei Regenwetter kein Taxi bekommt, bin ich nach der Arbeit mit all meinem Gepäck an der Straße gestanden und habe auf ein Taxi gewartet welches mich zum Bahnhof bringt. Nach einer Weile habe ich dann aber gemerkt, dass dieser Gedanke etwas naiv war und ich sah meinen Zug schon ohne mich davon fahren. Mit etwas Geduld bekam ich letztendlich mein Taxi. Am Bahnhof angekommen, war mir schon klar, dass nun alles sehr knapp wird. Die "nette" Frau am Schalter hat da natürlich auch nicht sehr viel weitergeholfen und so musste ich zuschauen, wie mein Zug davon fuhr. Nach einer weiteren Stunde konnte ich jedoch endlich meine Reise nach Shanghai antreten und nicht einmal eine halbe Stunde später war ich auch schon am Bahnhof in Shanghai angekommen. In Gedanken war ich schon bei der restlichen Abendgestaltung BIS ich die Taxischlange erblickte. Dann hieß es erst mal warten, warten und nochmals warten. Total erschöpft kam ich am halb 10 endlich im Hostel an, wo Sandy schon auf mich wartete. Hungrig machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Schnell mussten wir jedoch feststellen, dass es wohl nicht mehr so einfach war um diese Uhrzeit noch etwas zu Essen zu finden. Die meisten Restaurants hatten schon geschlossen und nachdem meine Kollegen erst kürzlich eine sehr schlechte Erfahrung mit Streetfood gemacht hatten, haben wir einen großen Bogen darum gemacht. Nach etwas längerer Suche haben wir doch noch ein Restaurant gefunden und gingen danach gestärkt an den Bund, die Straße direkt am Huangpu River, von der aus man die Skyline von Shanghai sehen kann. Wahnsinn!
Der nächste Tag beinhaltete das Lieblingsschlechtwetterprogramm von Frauen: SHOPPEN. Zuerst sind wir auf den Fake Market und danach noch auf die Shoppingmeile von Shanghai. Der Fake Market war einfach unglaublich groß, auf 5 Etagen haben sich etliche kleine Läden verteilt, in denen einfach alles angeboten wurde. Es gab nichts, was hier nicht angeboten wurde und das ist nicht einmal der einzige Fake Market, den Shanghai zu bieten hat. Weiter ging es dann auf der Nanjing Road, das Shoppingparadies von Shanghai. Am Ende des Tages kamen wir total erldegigt und mit vollen Taschen im Hostel an. Kurz fischgemacht ging es dann wieder zum Bund und durch den Shanghai SightSeeing Tunnel unter dem Huangpu River hindurch auf die andere Seite des Ufers zum JinMao Tower. Hier haben wir den Tag in der Bar, in der Spitze des Hotels ausklingen lassen. Gerne würde ich euch jetzt von dem wahnsinnigen Ausblick berichten, aber anderst als beim ersten Mal, als ich hier war, bekamen wir nur Nebel und Wolken zu sehen. Es war trotzdem ein tolles Feeling weit über den Dächern von Shanghai.

Sonntag hatten wir dann endlich etwas mehr Glück mit dem Wetter und konnten den Sightseeingteil unseres Ausfluges nach Shanghai beginnen. Nach einem Frühstück bei Starbucks haben wir uns auf den Weg in den Peoples Park gemacht. Hier findet jeden Sonntag die Hochzeitsmesse statt. Ich habe ja schon viel davon gehört und unsere Lehrerin hat uns auch schon jede Menge darüber berichtet, aber um es wirklich glauben zu können, muss man einfach dort gewesen sein. Für diejenigen die noch nie etwas von der Hochzeitsmesse gehört haben: Hier suchen Großeltern nach einem passenden Partner für den alleinstehenden Enkel. Auf Blättern werden Größe, Alter, Job und auch die Telefonnumern der Enkelkinder ausgestellt und man hofft, dass andere Großeltern darauf aufmerksam werden und man somit die große Liebe für den Enkel findet. Ich würde echt gerne wissen, wie hoch die Vermittlungschancen sind, aber noch mehr würde mich interessieren, ob diejenigen die dort "angeboten" werden auch wissen was ihre Großeltern jeden Sonntag machen. Als ich meinen Kollegen erzählt habe, dass ich nicht akzeptieren würde, wenn ich auf diesem Markt einen Zettel mit meinen Daten finden würde, stieß dies auf Verwunderung. Partnersuche ist hier insgesamt sehr anderst als in Deutschland, eine wichtige Rolle dabei spielt leider immer noch das Geld und auch die Eltern haben wie man sieht einen riesen Einfluss. Ein chinesisches Sprichwort besagt, dass der zukünftige Partner mindestens eine gleich große "Tür" haben muss. Dazu muss man sagen, dass die Größe der Tür früher für den Wohlstand der Familie stand. Desto größer, desto wohlhabender war man.

Nach diesem Erlebnis ging es dann weiter ins französische Viertel von Shanghai. Man kann es kaum glauben, dass neben dem ganzen Trubel, welcher in der Stadt herrscht auch ein Viertel existiert, in dem die Menschen alle mit einer Ruhe und Zufriedenheit durch die Straßen laufen, von der man vom ersten Moment an angesteckt wird. Ein super gemütliches Viertel, in dem man fast vergisst, dass man sich in China befindet und sich fühlt wie in Frankreich selbst. Der perfekte Ort für ein Mittagessen, das wir uns hier erst einmal gegönnt haben.

Danach ging es dann langsam auf den Weg zum Bahnhof und zurück nach Suzhou.

Was ich nie vergessen werde ist das Zusammentreffen mit einer Frau in einem Restaurant in Shanghai. Als sie mich fragte, wo ich her komme, sagte ich zu ihr, dass ich gerade in Suzhou ein Praktikum mache. Daraufhin meinte sie: "Ahhh I know, the small TOWN." Hmm ja genau, Suzhou, das kleine Dörfchen mit gerade einmal 10 Mio Einwohner, dort wohne ich ;) Die Größenverhältnisse sind wie ihr seht leicht unterschiedlich ;)

Soo ich mache mich jetzt auf den Weg zum Bahnhof. Dieses Wochenende geht es nach Xi'an mit dem Overnighttrain, ich bin schon sehr gespannt und werde euch dann berichten.

Bis bald, liebe Grüße nach Deutschland

Florin

Formel 1

Dienstag, 22.04.2014

So langsam habe ich mich an die Spontanität und das schnelle Leben in China gewöhnt und so haben wir uns letzten Montag auch ganz spontan entschieden, das Formel 1 Rennen in Shanghai am Sonntag anzuschauen. Naja normalerweise kann man mich damit nicht wirklich begeistern, ich erinnere mich an viele Sonntage an denen ich genervt vor dem Fernseh saß und mein Programm der Formel 1 weichen musste, weil Papa "mal eben" schauen wollte, wer am gewinnen ist. Das mal eben hat sich dann aber doch immer zu einer halben Ewigkeit herausgezögert und ich konnte es nicht glauben, wie man Autos dabei zu sehen kann, wie sie im Kreis fahren. Aber wenn man schon mal hier ist und das Formel 1 Rennen direkt vor der Tür hat, dachte ich mir kann es ja nicht schaden UND ich wurde eines besseren belehrt! Es war einfach der Hammer! Die Geschwindigkeit, die lauten Motoren und einfach das ganze Feeling drum herum haben mich wirklich mitgerissen. Die Zeit ging vorbei wie im Flug und ich konnte es kaum glauben, dass das was ich im Fernsehen immer als langweilig bezeichnet habe, in Echt so spannend sein kann, dass man die Zeit komplett vergisst. (Naja ganz ähnlich wie Fußball ;) )

Und auch der Rest vom Wochenende war wirklich super. Am Samstag war ich mit Sandy, einer anderen Praktikantin aus Deutschland, in einer kleinen, gemütlichen Gasse von Suzhou mit ganz vielen kleinen Kaffees, fernab von all dem Trubel und der ganzen Hektik unterwegs. Von Anfang an hat mich die Pingjiang Road mit ihrem Charme gefesselt. Hier konnte man einen guten Einblick in das alte China bekommen und die Kaffees haben das perfekte Ambiente geboten um sich einfach mal entspannt hinzusetzen und das alles auf sich wirken zu lassen. Beim Gang durch die malerische Straße konnte man es sich auch kulinarisch an mehreren kleinen Läden gut gehen lassen & die kleinen Shops haben typische Souveniers aus Suzhou angeboten. Wie z.b. das Cheongsam, ein traditionell chinesisches Kleidungsstück, aus Suzhou Seide.

 

Apropos Kleidung: Vor einer Woche war ich bei einem Schneider und habe dort ein Business Kostüm nähen lassen. Wenige Tage später konnte ich das auch schon abholen und ich bin wirklich sehr zufrieden. Bei der Anprobe haben mich noch ein paar Kleinigkeiten gestört, die die Näherin dann aber sofort ausgebessert hat und ich das fertige Kostüm somit noch am gleichen Tag mitnehmen konnte. Naja zu oft sollte ich dann wohl doch nicht dorthin gehen, man findet einfach immer etwas das man noch brauchen kann & leider war mein Koffer ja schon beim Hinflug zu voll und ich musste schweren Herzens meinen Eltern ein paar Sachen wieder mit auf den Heimweg geben. 

Natürlich habe ich in der letzten Zeit noch viel mehr erlebt, aber das werde ich euch alles beim nächsten Mal erzählen. Dieses Wochenende werde mit Sandy in Shanghai verbringen. Danach wird es sicher auch wieder sehr viel Neues zu berichten geben.

Bis dann, liebe Grüße aus China

Florin

 

Schon ein Monat

Samstag, 05.04.2014

Der letzte Eintrag ist schon etwas her und heute werde ich euch mal wieder etwas auf dem laufenden halten. Über einen Monat bin ich jetzt schon in China- Ich kann es kaum glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Manchmal kommt es mir so vor als ob ich erst vor einer Woche gekommen wäre. Das liegt wahrscheinlich an der anderen Lebensweise hier in China: alles ist schnell, überal ist es laut, überall sind Menschen, man bekommt hier kaum die Chance für sich alleine zu sein und einfach einen Moment nichts zu tun, es ist einfach immer etwas los. Das trägt alles dazu bei, dass die Zeit hier wie im Flug vergeht.

Letzte Woche stand mein erster Trip nach Shanghai an, aber anderst als ihr vielleicht denkt, war ich nicht zum Sightseeing, sondern zum Arbeiten hier. Wobei auch das für mich schon zu einer kleinen Sightseeingtour geworden ist. In Shanghai angekommen, haben wir zuerst in unserem Hotel eingecheckt und uns dann auf den Weg zu einer Messe, an der wir dort teilgenommen haben, gemacht. Diese fand im Grand Hyatt Hotel, dem größtem Hotel der Welt statt und war für mich somit schon ein riesen Erlebnis. Vor dem Hotel blieb ich erst mal beeindruckt stehen und habe mir die imposanten Gebäude um mich herum angeschaut, bis ich mit erschrecken feststellen musste, dass ich meine Kollegen verloren hatte. Es ging zum Glück jedoch nicht lange bis ich sie wieder gefunden hatte- Sie haben ganz vergessen, dass ich aus einem Dorf komme und diese Gebäude für mich nichts alltägliches sind. Die nächsten beiden Tage stand dann also die Messe auf dem Programm, super interessant, man hat sehr viele Leute getroffen, viel dazu gelernt und nebenbei gab es noch ein wahnsinns Buffet. Einen Abend haben wir dann auch noch in der Hotelbar im obersten Stock ausklingen lassen. Der Ausblick von hier war einfach autemberaubend. Nach zwei Tagen war dann aber der erste Shanghaiaufenthalt vorbei. Da die Entfernung aber sehr gering ist und man mit dem Schnellzug nur 30 Minuten bis nach Shanghai braucht, wird dies wohl nicht das letzte mal sein ;)


Ansonsten war ich in der letzten Zeit viel in Suzhou unterwegs und habe mir mittlerweile einen guten Überblick über die Stadt verschafft (teilweise vielleicht sogar besser, als manch ein Einheimischer)- So kam es mir zumindest am letzten Wochenende vor. Ich hatte mir vorgenommen, den Tigerhill, welcher zumindest im Reiseführer als bekannte und sehenswerte Attraktion vorgestellt wurde, anzuschauen. Also machte ich mich mit der Ubahn auf den Weg ans andere Ende der Stadt. Gut vorbereitet mit der Chinesischen Übersetzung und einer Karte, habe ich dann ein paar Leute gefragt, in welche Richtung ich gehen muss. Von den ersten wurde ich zu einer Bushaltestelle geschickt, dort erkundigte ich mich bei einem jungen Pärchen, welchen Bus ich nehmen sollte. Nach längerer Beratung und Internetrecherche haben sie mich dann in einen Bus geschickt, welcher angeblich zum Tigerhill führen sollte. Überzeugt stieg ich also in den Bus, musste dann jedoch feststellen, dass dieser in die genau entgegengesetzte Richtung fuhr. Somit stieg ich wieder aus und habe dann doch lieber ein Taxi genommen, welches mich dann auch zu meinem Ziel brachte. Und trotz all der Sprachbarrieren habe ich auf den Taxifahrten meist sehr unterhaltsame Gespräche mit den Taxifahrern über deutsche Autos, den chinesischen Verkehr usw. Ich freue mich immer wieder wenn meine Sprachkenntnisse für kleine Gespräche ausreichen und wenn diese dann doch mal nicht ganz ausreichen, dann wird mit Händen und Füßen gestikuliert, dass man sich auch trotzdem versteht :)

Hier ein paar Eindrücke vom Tiger Hill, auf welchem die chinesische Version des schiefen Turm von Pisa' steht:

Am nächsten Wochenende habe ich dann ein paar deutsche getroffen, mit denen ich am Sonntag auf einen Berg gestiegen bin, um dort ein Kloster anzuschauen. Da es ziemlich lange bergauf ging, hatte ich oben nicht mit allzu vielen Menschen gerechnet, aber das Kloster war ziemlich gut besucht. Es war wirklich schön, man hat viele chinesischen Rituale kennengelernt und man hatte einen "relativ guten" Blick über Suzhou (Leider ist der Smog momentan ziemlich stark und somit die Ausblick etwas eingeschränkt und auch die Luft nicht gerade toll- Ich vermisse zumindest die frische Luft vom Bodensee).

Abends ging es dann noch in ein japanisches Restaurant, in dem Teppanjaki angeboten wurde: Man sucht sich verschiedene Zutaten aus, die dann vor einem auf dem Grill zubereitet werden.

 

 

Frühling?

Sonntag, 16.03.2014

Heute wurde ich auf sehr unsanfte Art aus dem Schlaf gerissen. Ein Feuerwerk, mit dem die Chinesen ihren Geburtstag feiern ertönte Lautstark neben meinem Hotel. Dies sollte auch nicht das einzige für den Tag bleiben und so konnte man über den ganzen Tag verteilt Feuerwerke am Himmel sehen- wobei man tagsüber wohl eher den Krach hörte als auch nur annährend etwas von dem Feuerwerk am Himmel zu sehen. Als ich dann also nach dem "Weckruf" zum Fenster lief, war ich aber sehr froh schon frühzeitig wach zu sein, denn sogleich strahlte mir die Sonne in vollen Zügen entgegen. Nachdem ich diese Woche schon Bekanntschaft mit dem chinesischen Frühjahr gemacht habe, war das eine willkommene Abwechslung. Ich sehe mich noch bei der Arbeit aus dem Fenster das trübe Wetter begutachten, während meine Kollegen mir beibringen, dass ich mich damit wohl fürs nächste abfinden muss, weil der Frühling hier meistens solche Tage mit sich bringt, naja am Abend kam ich dann total durchnässt von einem Regenschauer im Hotel an. Lektion 1 habe ich also schon einmal gelernt: NIEMALS ohne Regenschirm das Haus verlassen. Da heute zunächst aber einmal mein Umzug vom Hotel ins Appartment anstand, packte ich meine restlichen Sachen und fuhr mit dem Taxi zu meinem neuen zu Hause. Dort angekommen richtete ich mich zuerst einmal ein und konnte es kaum erwarten die Sonne zu genießen. 

Auf dem Programm stand heute ein kleiner Garten, der mitunter der schönste sein soll, den Suzhou zu bieten hat. Garten des Meisters der Netze. Nach einer endlosen Suche nach einem freien Taxi, bei der ich schon eine Stunde durch Suzhou geirrt bin, konnte es dann los gehen. Normalerweise hieß es zu mir, dass man bei Regen kein Taxi findet, heute musste ich dann aber feststellen, dass es bei schönem Wetter nicht besser ist. Alle Familien waren heut mit ihren Kindern in der Stadt, in Parks oder auf Spielplätzen unterwegs. Mit etwas Geduld kam ich jedoch trotzdem noch in dem Garten an und ich muss sagen, das Warten und lange Suchen hat sich auf jeden Fall gelohnt. Der Garten war zwar nicht sehr groß, aber wunderschön und einfach perfekt um den Tag zu genießen.

  

Nur beim Mittagessen lief dann leider wieder etwas schief mit der Verständigung und ich hätte gleich noch den ganzen Nachbarstisch mit einladen können. Diese kleinen Missverständnisse werden hoffentlich in der nächsten Zeit noch besser.

Dieses Wochenende haben wir dann auch das Nachtleben von Suzhou genauer unter die Lupe genommen. Da ein Praktikant diese Woche wieder zurück nach Deutschland fliegen wird, darf die Abschiedsparty natürlich nicht fehlen. Dachte ich noch zuvor Chinesen wären nicht trinkfest, wurde ich an diesem Abend schon gleich eines besseren belehrt. Gleich nach unserer Ankunft in dem Club ging es auch schon los. Kaum am Tisch angekommen, hatte jeder von uns schon ein Glas vor sich und diese wurden dann nach dem chinesischen gānbēi auf Ex getrunken. So vergingen dann einige Runden bis wir von mehreren Chinesen auf die Tanzfläche gezogen wurden und dort viel Spaß hatten. Abschließend kann ich nur sagen, es war ein super Abend und wohl die günstigste Partynacht, die ich je erlebt habe. Gezahlt haben wir an diesem Abend nicht mal ein einzigen Yuan- Kein Eintritt, kein Beitrag für die Garderobe und auch die Getränke waren umsonst. In Deutschland wäre das wohl ein sehr teurer Abend geworden ;)

Und am Ende waren dann auch die Chinesen etwas müde:

Und hier noch die Ubahn bei "Nacht". Um 10:00 findet man hier schon kaum noch jemand in der Ubahn, kurz danach wird diese auch abgeschlossen. Kaum zu glauben, wenn man die Ubahn bei Tag sieht.


Am Samstag davor habe ich mit meinen Arbeitskollegen eine Wasserstadt angeschaut. Von diesen gibt es in der Gegend sehr viele, einfach schön und ein Ausflug dorthin lohnt sich auf jeden Fall. In unserem Fall ging es mit dem Auto nach Wuzhen. Die Autofahrt verbrachten wir mit Diskussionen darüber ob wohl auch die Autos an dem Smog schuld sind oder ob es allein die Firmen sind, die für die Luftverschmutzung verwantwortlich sind. Meine Sicht der Dinge, dass auch die Autos einen großen Teil dazu beitragen stieß eher auf Verwunderung. Weiterhin habe ich erfahren, dass man in China zwei Namen hat, den einen mit dem man als Kind gerufen wird, und später den anderen der auch im Ausweis steht. Darüber hinaus hat noch fast jeder einen englischen Namen, den man sich entweder aus einer Liste aussucht oder von anderen empfohlen bekommt. Im Laufe der Zeit kann es jedoch auch sein, dass man dann anstatt Thomas doch lieber Kevin heißt und somit seinen Namen wechselt. So kann es dann sein, dass man mit den ganzen Namen, manchmal etwas Verwirrung auslöst, zumindest bei mir ;)

Hier ein paar Eindrücke aus Wuzhen, die Bilder zeigen es viel besser, als man es mit Worten beschrieben kann.

Essen darf natürlich auch nicht fehlen 

 

Fortsetzung folgt, aber jetzt wird es Zeit fürs Bett..

Vom kleinen Dorf ins große Suzhou

Freitag, 07.03.2014

Das in China alles etwas größer ist als zu Hause, darauf hatte ich mich eingestellt als ich meine Koffer gepackt habe um hier mein Praktikum zu machen, aber ich bin doch noch immer etwas erschlagen von der Größe dieser Stadt und habe leider auch immer noch keinen Überblick. Meist nutze ich die Metro um von einem Fleck an den anderen zu kommen- Gefahr sich zu verlaufen ist damit ausgeschlossen ;)

Dieses Wochenede habe ich aber geplant wieder ein paar neue Ecken von Suzhou kennenzulernen. Morgen geht es mit ein paar Arbeitskollegen in die Downtown, hier soll es ein paar wirklich schöne Plätze geben, ich bin schon sehr gespannt. Das ist natürlich auch die beste Gelegenheit chinesisches Essen auszuprobieren, in dieser Gegend soll es viele leckere Sachen geben.

Da einer meiner Kollegen am Wochenende Geburtstag hat, bin ich heute schon in den Genuss einer chinesischen Spezialität gekommen HOT POT suuuuuuuuuuuuuuper lecker & ein tolles Erlebnis:)

Jeder hat hier einen kleinen Topf auf einer Kochplatte vor sich stehen, an einem Kühlschrank sucht man sich dann die Zutaten aus, mixt sich eine eigene Soße und fertig.
Eine andere Köstlichkeit, die ich diese Woche während der Mittagspause probieren durfte, waren Nudeln mit Lammfleisch. Wäre ich eine Woche später angekommen, hätte es das schon nicht mehr gegeben, denn Lammfleisch wird in China nur im Winter angeboten, alle Restaurants schließen noch diese Woche.  

Achja weshalb ich eigentlich hier bin das Praktikum: Die erste Woche war super, die Kollegen sind alle sehr nett und haben mich herzlich aufgenommen. Ich habe gleich meinen eigenen Schreibtisch und alles was dazugehört bekommen. Noch in diesem Monat steht eine Messe in Shanghai auf dem Programm, diese darf ich mit vorbereiten uuuuuuuund ich darf sogar auf der Messe selber dabei sein- Ich bin schon sehr gespannt was mich dort erwartet & natürlich auch auf Shanghai.
Jeden Morgen werde ich von einem Bus abgeholt, das ist hier in China so üblich. Somit taucht man jeden Morgen nach dem Aufstehen sofort in das Verkehrschaos in Suzhou ein. Manchmal frage ich mich hier was die Chinesen wohl ohne Hupe machen würden, ich glaube man lernt hier schon in der Fahrschule, dass eine Hand stets auf der Hupe liegen sollte. Meist kann man den Grund für das Hupen nicht mal erkennen, die meisten hupen schon voraussschauend.

Morgen ist übrigens  (Womens Day). Dieser spielt in China eine große Bedeutung. Normalerweise haben die Frauen an diesem Tag den halben Tag frei. Da er dieses Jahr aber auf einen Samstag fällt, gibt es dieses mal nur Geschenke: Schokolade :))

An die Blicke, die man hier als Europäer bekommt habe ich mich mittlerweile gewöhnt obwohl es manchmal schon komisch ist wenn ein Auto in slow motion an einem vorbeifährt oder ein und die selbe Person mehrere Male an einem vorbei läuft und einen von oben bis unten mustert.
Am meisten gewöhnen muss ich mich aber an die Sprache, mein chinesisch das ich während des Studiums gelernt habe, reicht gerade aus für das nötigste und selbst da hapert es manchmal. Da wird Essen bestellen in einem Restaurant zu einer großen Herausforderung. Englisch spricht hier leider fast keiner und wenn dann nur vereinzelte Worte. Das liegt wohl an dem unterschiedlichen Schulsystem, so habe ich mir sagen lassen, dass man englisch zwar auch wie wir in der Schule lernt "but only for exam not for communication". Als ich dann gestern den Weg zur Metro suchte und auf Anhieb eine Chinesin gefunden habe, die Englisch gesprochen habe war ich überglücklich.  

Auf diesem Bild seht ihr die chinesische Art Sport zu machen. Direkt vor einer großen Shoppingmall haben sich mehrere Chinesen zusammengefunden und bewegen sich gemeinsam zu Musik. Schön zu sehen, wie trotz dem Leben in einer so großen Stadt ein Zusammenhalt besteht. Jeder der mitmachen will ist herzlich eingeladen und so kommt es auch, dass die verschiedensten Altersgruppen hier zusammentreffen.

Nun habe ich genug erzählt für heute, der Rest kommt beim nächsten Mal. Hier noch ein paar Bilder aus Suzhou:

 

Welcome to Suzhou

Sonntag, 02.03.2014

Nach langen Stunden im Flugzeug bin ich gestern endlich in Suzhou angekommen. Nachdem ich den ersten Tag fast komplett verschlafen habe, geht es heute auf Entdeckungstour. Das Ziel ist die Shantang Road- Dort angekommen, sieht man sofort, dass Suzhou die Bezeichnung "Venedig des Ostens" auf jeden Fall verdient hat. Ein wunderschöner Kanal sticht einem schon von weitem ins Auge:

 

Entlang des Kanals befinden sich etliche kleine Läden in denen die verschiedensten Sachen angeboten werden, sowie viele Stände an denen man mit Streetfood versorgt wird. Hier habe ich auch gleich meine erste Erfahrung mit einer chinesischen Leckerei, den Hühnerfüßen, gemacht. Bilder hiervon?- Waren leider nicht erwünscht. 
Etwas überrumpelt von den vielen neuen Eindrücken und zugegebenermaßen auch nicht wirklich angetan von den in Soße eingelegten Hühnerfüßen, habe ich mich dann jedoch für die sicherere Variante, chinesisches Gebäck, entschieden.
Das Sprichwort "Andere Länder- andere Sitten" beschreibt diesen ersten Tag in China sehr treffend. Wie ich heute festgestellt habe und auch im vorraus nicht anderst erwartet habe, gibt es sehr viele Unterschiede an die ich mich in meiner Zeit in China erst einmal gewöhnen muss. Genaueres folgt ;)

Ein Wort, welches ich jedoch heute schon gelernt habe und ich in Zukunft wohl noch öfters hören werde ist laowai- auf deutsch: Ausländer.
Als Europäer ist man in China eher eine Seltenheit und wird somit von den Chinesen gründlich begutachtet, begrüßt oder auch gerne fotografiert. So wurde ich schon bei dem kleinen Ausflug heute von einer Chinesin angesprochen, die gerne ein Bild mit mir machen wollte. 
Sooooo das war es fürs erste :)


Liebste Grüße aus Suzhou & bis bald 

 

 

 

Autor

Das Leben ist wie ein Buch, und wer nicht reist, liest nur ein wenig davon!

Diesen Blog möchte ich nutzen, um euch etwas an meinen Erfahrungen und Erlebnissen aus China teilhaben zu lassen

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